Medumio Borreliose-Kongress Programm, Experten & Kritik

Aktualisiert am 9. Juni 2026 · Lesezeit ca. 10 Min.

Anhaltende Erschöpfung, wandernde Gelenkschmerzen, „Brain Fog“, Kribbeln in Händen oder Füßen – und der Verdacht, dass ein alter Zeckenstich dahintersteckt? Rund um dieses Thema setzt der Medumio Borreliose-Kongress an. Aber lohnt sich dieser Online-Kongress, und wie verlässlich sind die Inhalte?

Wir haben uns Programm, Themen und Sprecherfeld angesehen und mit dem abgeglichen, was zu Borreliose medizinisch gesichert ist – und was umstritten oder unbelegt bleibt.

Das Ergebnis vorweg: Als Aufklärung und Unterstützung für Betroffene kann der Kongress wertvoll sein. Gleichzeitig vermischt er belegte Medizin mit umstrittenen Konzepten. Bei akuter Borreliose zählt vor allem eines: rechtzeitig zum Arzt. Warum, liest du hier – ehrlich und kritisch.

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Der Medumio Borreliose-Kongress in Kürze
  • Was: kostenloser Online-Kongress rund um Borreliose
  • Veranstalter: Medumio Gesundheitsakademie
  • Moderation: Sabine Hofele, Co-Moderation Christiane de Jong
  • Umfang: 21 Experten · 32 Interviews
  • Termin 2026: 06.–15. März 2026 (vorbei, jetzt im Archiv)
  • Kosten: live kostenlos; Premium-Zugang optional

Was ist der Medumio Borreliose-Kongress?

Medumio Borreliose-Kongress – Anmeldeseite Borreliose

Der Medumio Borreliose-Kongress ist ein Online-Kongress der Medumio-Akademie mit 21 Experten und 32 Interviews. Die Ausgabe 2026 fand vom 6. bis 15. März 2026 statt und ist seitdem über das Archiv der Akademie zugänglich. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt klar auf einem ganzheitlichen, alternativmedizinischen Zugang zum Thema.

Moderiert wird der Kongress von Sabine Hofele, einer ganzheitlichen Ernährungs- und Gesundheitsberaterin und SIBO-Trainerin, die nach eigenen Angaben ihre langjährige chronische Borreliose überwunden hat, unterstützt von Co-Moderatorin Christiane de Jong (Ökotrophologin und Heilpraktikerin). Beide sind Betroffene – das macht den Kongress nahbar, bedeutet aber auch: Die Moderation ist nicht ärztlich.

Wichtig zur Einordnung: Es ist eine kuratierte Interviewreihe mit deutlich ganzheitlicher Ausrichtung, keine ärztliche Leitlinie. Beim Thema Borreliose ist diese Unterscheidung besonders wichtig.

Borreliose: Worum geht es?

Borreliose (Lyme-Borreliose) ist eine bakterielle Infektion, die durch den Stich einer infizierten Zecke übertragen wird. Ein frühes, typisches Zeichen ist die Wanderröte (Erythema migrans) – ein sich ausbreitender roter Ring um die Einstichstelle. Unbehandelt kann die Infektion später Gelenke (Lyme-Arthritis), das Nervensystem (Neuroborreliose) oder selten das Herz betreffen.

Die gute Nachricht: Früh erkannt ist Borreliose mit Antibiotika sehr gut behandelbar. Genau deshalb ist es so wichtig, einen Zeckenstich mit Wanderröte oder grippeähnlichen Symptomen rasch ärztlich abklären zu lassen, statt zu warten. Nicht zu verwechseln ist Borreliose mit der FSME – einer durch Zecken übertragenen Virus-Erkrankung, gegen die es eine Impfung gibt.Kongress-Archiv 30 Tage kostenlos testen

Diagnose & Behandlung: der medizinische Stand

Die Diagnose stützt sich auf die Krankengeschichte, typische Zeichen wie die Wanderröte und – bei Bedarf – Bluttests. Wichtig: Labortests können knifflig sein, weil Antikörper auch nach durchgemachter Infektion bestehen bleiben. Sie gehören ärztlich interpretiert, nicht in Eigenregie.

Die Standardbehandlung ist eine Antibiotikatherapie, die früh begonnen meist sehr gut wirkt. Strittig ist dagegen das Konzept der „chronischen Borreliose“: Die Vorstellung einer dauerhaft aktiven Infektion, die langwierige oder alternative Therapien erfordert, ist wissenschaftlich nicht belegt. Anhaltende Beschwerden nach behandelter Borreliose sind real, ihre Ursache und Behandlung aber medizinisch umstritten. Hier ist Vorsicht vor einfachen Versprechen angebracht.

Realistisch ist: Manche Menschen leiden nach einer behandelten Borreliose weiter unter Erschöpfung, Schmerzen oder Konzentrationsproblemen. Die Medizin spricht hier vorsichtig von Beschwerden nach Borreliose, ohne dass eine dauerhaft aktive Infektion nachweisbar wäre. Diese Beschwerden ernst zu nehmen ist wichtig – sie rechtfertigen aber keine riskanten Langzeit-Antibiotika oder teuren Alternativkuren ohne Nachweis.

Die Themen im Medumio Borreliose-Kongress

Inhaltlich deckt der Medumio Borreliose-Kongress ein breites, stark ganzheitlich geprägtes Feld ab. Wiederkehrende Schwerpunkte sind:

  • Diagnostik & Labor: welche Tests sinnvoll sein können.
  • Co-Infektionen: weitere Erreger, die mitübertragen werden können.
  • Ernährung & Immunsystem: entzündungsarme, individuelle Ernährung.
  • Nervensystem & Stress: Vagusnerv, Entspannung, Regulation.
  • Entgiftung: „Ausleitung“ und der Umgang mit Herxheimer-Reaktionen.
  • Erfahrungsberichte: persönliche „Heilungsgeschichten“.

Hinweis zur Einordnung: Einige dieser Themen – etwa „Biofilm-Protokolle“, „HPU“, Parasiten-Kuren oder pauschale „Entgiftung“ – sind wissenschaftlich nicht gesichert. Sie als Diskussionsbeitrag zu hören ist in Ordnung; als gesicherte Therapie sollte man sie nicht missverstehen.

Wer spricht? Die Experten

Das Sprecherfeld ist gemischt. Es gibt durchaus seriöse medizinische Stimmen, etwa Dr. Armin Schwarzbach (Arzt und Spezialist für zeckenübertragene Erkrankungen, Gründer von ArminLabs), die Neurologin Martina Lorenz oder den Infektiologen und Tropenmediziner Rolf Jansen-Rosseck. Auch die ehemalige Vorsitzende des Borreliose und FSME Bund Deutschland, Dr. Astrid Breinlinger, ist vertreten.

Daneben treten zahlreiche Heilpraktiker und Coaches mit alternativmedizinischen Ansätzen auf. Diese Mischung ist Stärke und Schwäche zugleich: Du bekommst viele Perspektiven, aber nicht jede entspricht dem medizinischen Konsens. Ein Interview ist eine Einzelmeinung – wertvoll als Anregung, aber kein Beweis. Persönliche „Heilungsgeschichten“ sind Einzelfälle und kein Wirksamkeitsnachweis.

Ablauf: So funktioniert der Medumio Borreliose-Kongress

  1. Kostenlos anmelden mit deiner E-Mail-Adresse über die Kongressseite.
  2. Täglich Interviews ansehen: Während der Laufzeit werden täglich neue Gespräche freigeschaltet, meist rund 24 Stunden gratis.
  3. Optional Premium sichern: Wer alles dauerhaft behalten will, kauft den Premium-Zugang oder nutzt die Akademie-Mitgliedschaft.

Nach der Anmeldung folgen Werbe-E-Mails für die kostenpflichtigen Angebote – Teil des Geschäftsmodells und an sich nicht unseriös. Mehr dazu im Seriositäts-Check.

Ehrliche Einordnung: Was der Kongress kann – und was nicht

Gerade beim Thema Borreliose ist eine besonders klare Einordnung nötig:

  • Stärke: Betroffene mit unklaren, langwierigen Beschwerden fühlen sich oft allein gelassen. Aufklärung, Austausch und ernst genommen zu werden, hat echten Wert.
  • Grenze 1 (zentral): Ein Zeckenstich mit Wanderröte oder Krankheitsgefühl gehört rasch zum Arzt. Frühe Antibiotika sind die wirksamste Behandlung – verzögere sie nicht.
  • Grenze 2: „Chronische Borreliose“ als dauerhafte Infektion ist medizinisch umstritten. Lange oder alternative Therapien ohne klare Evidenz können schaden statt helfen.
  • Grenze 3: Konzepte wie „HPU“, „Biofilm-Protokolle“, Parasiten-Kuren oder „Nebennierenschwäche“ sind wissenschaftlich nicht anerkannt.
  • Grenze 4: „Selbstheilung statt Antibiotika“ ist bei einer bakteriellen Infektion ein gefährlicher Rat.

Fair betrachtet liegt der Wert im Verständnis, in Prävention und im Austausch – nicht in der Hoffnung auf eine alternative „Wunderheilung“. Nimm den Kongress als Anstoß, gute Fragen zu stellen, und triff medizinische Entscheidungen mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Wichtig: Bei Verdacht auf Borreliose (z. B. Wanderröte nach Zeckenstich) gehört die Behandlung in ärztliche Hände. Verschiebe oder ersetze eine empfohlene Antibiotikatherapie nicht durch alternative Methoden.

Borreliose vorbeugen & Zeckenschutz

Vorbeugung ist beim Thema Borreliose besonders wirksam:

  • Schützende Kleidung in Wald und hohem Gras, helle Stoffe, lange Hosen.
  • Repellentien auf Haut und Kleidung auftragen.
  • Nach dem Aufenthalt im Freien Körper gründlich nach Zecken absuchen.
  • Zecken früh und richtig entfernen – je schneller, desto besser.
  • Auf die Wanderröte achten und bei Verdacht zügig zum Arzt.
  • FSME-Impfung in Risikogebieten ärztlich besprechen.

So holst du das meiste aus dem Kongress

  • Programm vorab sichten und gezielt die Interviews mit ärztlichem Hintergrund auswählen.
  • Täglich dranbleiben, da die Gratis-Interviews nur rund 24 Stunden verfügbar sind.
  • Quellen prüfen: seriöse Aussagen von Einzelmeinungen und Werbung trennen.
  • Fragen sammeln für deinen nächsten Arzttermin.
  • Nichts überstürzen: keine teuren Kuren oder Präparate kaufen, bevor das Wichtigste ärztlich geklärt ist.

Für wen lohnt sich der Medumio Borreliose-Kongress?

Der Kongress passt zu dir, wenn du dich mit Borreliose auseinandersetzt, Hintergründe verstehen und dich mit anderen Betroffenen austauschen möchtest – und dabei in der Lage bist, seriöse von unbelegten Inhalten zu unterscheiden. Weniger geeignet ist er, wenn du klare, leitlinienbasierte Medizin erwartest oder dir eine akute Infektion bestätigen lassen willst – dafür ist die Arztpraxis zuständig.

Der Einstieg ist kostenlos, du kannst also unverbindlich hineinschauen. Unser Fazit: Der Medumio Borreliose-Kongress kann zur Orientierung und emotionalen Unterstützung beitragen – nur sollte er ärztliche Diagnose und Therapie keinesfalls ersetzen.

Premium-Zugang, Kosten & Rabatte

Die Live-Teilnahme ist gratis. Für dauerhaften Zugriff gibt es den Premium-Zugang für diesen Kongress (einmaliger Kauf, lebenslanger Zugriff inkl. Download und Boni) oder die Akademie-Mitgliedschaft (37,50 €/Monat, alle Kongresse, monatlich kündbar). Eine vollständige Aufschlüsselung steht im Beitrag Was kostet Medumio?.

Während des Kongresses gibt es oft Rabattcodes auf Nahrungsergänzungsmittel und „Entgiftungs“-Produkte. Hier ist besondere Vorsicht angebracht: Solche Mittel sind keine Borreliose-Therapie. Investiere nicht in teure Kuren, bevor die Grundlagen ärztlich geklärt sind.

Anmeldung & Archiv

Der Kongress ist über die offizielle Seite und das Akademie-Archiv erreichbar: akademie.medumio.de/borreliosekongress. Da die Ausgabe 2026 bereits gelaufen ist, findest du die Inhalte aktuell im Archiv. Thematisch verwandt sind der Entgiftungskongress und der Darm-Kongress.Alle Kongresse im Archiv – 30 Tage gratis

FAQ – Medumio Borreliose-Kongress

Was ist der Medumio Borreliose-Kongress?
Ein kostenloser Online-Kongress der Medumio-Akademie mit 21 Experten und 32 Interviews rund um Borreliose, moderiert von Sabine Hofele und Christiane de Jong. Die Ausgabe 2026 lief vom 6. bis 15. März 2026.

Was sind typische Borreliose-Symptome?
Früh oft die Wanderröte nach einem Zeckenstich, dazu grippeähnliche Beschwerden. Später möglich sind Gelenk-, Nerven- oder seltener Herzbeschwerden. Bei Verdacht zum Arzt.

Ist „chronische Borreliose“ anerkannt?
Das Konzept einer dauerhaft aktiven Infektion ist medizinisch umstritten. Anhaltende Beschwerden sind real, ihre Ursache und Behandlung aber nicht eindeutig geklärt.

Ersetzt der Kongress eine ärztliche Behandlung?
Nein. Akute Borreliose gehört in ärztliche Hände und wird mit Antibiotika behandelt. Der Kongress kann höchstens ergänzend zur Orientierung dienen.

Schützt eine Impfung vor Borreliose?
Nein. Eine Impfung gibt es gegen FSME (eine andere, durch Zecken übertragene Viruserkrankung), nicht gegen Borreliose. Beim Schutz helfen Vorbeugung und schnelles Entfernen der Zecke.

Ist der Kongress kostenlos?
Während der Laufzeit ja. Für dauerhaften Zugriff gibt es den Premium-Zugang oder die Akademie-Mitgliedschaft.

Ist der Medumio Borreliose-Kongress seriös?
Der Anbieter (Salutem Solution OHG) ist seriös; die Inhalte sind teils kritisch zu sehen, da belegte Medizin und umstrittene Ansätze gemischt werden. Mehr im Seriositäts-Check.

Quellen & weiterführende Links

Angaben zu Programm und Sprechern können je nach Kongress-Ausgabe variieren. Stand: Juni 2026.

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Verdacht auf Borreliose suche bitte zeitnah ärztlichen Rat; eine frühe Antibiotikatherapie ist der medizinische Standard.

Caroline Fischer
Über den Autor Caroline Fischer

Als Autorin von Heilundwohl.com beschäftige ich mich mit ganzheitlicher Gesundheit, Wohlbefinden und digitalen Gesundheitsangeboten. Durch meine redaktionelle Arbeit analysiere ich Online-Kurse, Programme und Informationsangebote sachlich, damit Leserinnen und Leser Inhalte besser einordnen und bewusstere Entscheidungen treffen können.

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